Archiv für Juli 21st, 2010

21/07/2010

Man lernt nie aus – Teil 2!

Als meine gute Freundin und super Kollegin Alessandra Sunkowsky (www.omnipathin.at) und ich erfuhren, dass Jim Masterson diesen Sommer Kurse in Europa abhalten würde, war uns klar: da MÜSSEN wir UNBEDINGT hin!

Jim ist einer der Top-Betreuer von Sportpferden in Nordamerika und zu seinen Klienten zählen u.a. das US-amerikanische Team der Distanzreiter für die Weltreiterspiele, Teilnehmer des FEI Grand Prix, des Nation’s Cup und des World Cups im Springen. Doch unter den 500 bis 600 Pferden, die Jim jährlich mit der von ihm entwickelten Masterson Method™ behandelt, befinden sich ebenso Reining Pferde, Barrel Racer, Pferde aus dem Fahrsport und Jungpferde aller denkbaren Rassen.
Seine Methode beruht auf “SEARCH – RESPONSE – STAY – RELEASE”: Mit seinen Techniken “sucht” man nach kleinen Reaktionen des Pferdes, wie z.B. Blinzeln und verbleibt dann an den entsprechenden Körperstellen, bis sich eine deutlichere Entspannungsreaktion (Gähnen, Prusten, Kopfschütteln…) einstellt. Außerdem werden sanfte Streck- und Lockerungsübungen durchgeführt, die eine tiefe Muskelentspannung bewirken und bei den Pferden ganz offensichtlich ein absolutes Wohlgefühl hervorrufen.
Mehr Infos zu Jim unter www.mastersonmethod.com

Der 2-tägige Workshop fand am vergangenen Wochenende in Helchteren, Belgien statt und so flogen wir bereits Freitag Vormittag nach Brüssel, wo uns ein schnittiger, vom Winde leicht verwehbarer VW Polo erwartete.
Für Alessandra und mich war es der erste Besuch in Belgien und als wir des Polos 45 PS über die Autobahn Richtung Hotel glühen ließen, stellten wir etwas enttäuscht fest: “Nicht sehr exotisch hier…” (Kein Wunder, liegt doch z.B. Aachen nur rund 150 km von Brüssel entfernt!)
Aber dann, an der Hotelrezeption, wurde uns doch noch ein kleiner kultureller Unterschied bewusst, als die Empfangsdame uns ausdrücklich darauf hinwies, dass der Alkohol in der Minibar zu finden sei und sogar (darauf schien sie wirklich stolz zu sein!) in vielen separaten Fläschchen abgefüllt war – damit jede ihr eigenes Schnapsflascherl haben könnte… Wir rätselten: Sehen wir tatsächlich SO jung aus, dass man uns für Maturantinnen auf Sauftour halten könnte? Sind die Zimmer so mies, dass man sich betäuben muss? Findet dieses Wochenende eine landesweite Party statt und nur wir wissen nichts davon?
Nun, beim anschließenden Einkauf im nächstgelegenen Supermarkt wurde uns klar, dass alkoholische Getränke in Belgien ganz einfach einen anderen Stellenwert haben…einen ganz, ganz hohen nämlich! Befindet sich bei uns gleich nach dem Eingang normalerweise die Feinkost oder Gemüseabteilung, so stolperten wir dort direkt zwischen die Regale mit allem, was man zum Komasaufen benötigt! Gleich anschließend fand sich aber das Obst – eh klar, braucht man ja auch für die Cocktails!
Zur Ehrrettung der Belgier muss ich aber sagen, dass alle Einheimischen wirklich nett und hilfsbereit waren und ganz selbstverständlich mehrere Sprachen ganz ausgezeichnet sprechen! Und betrunken haben wir – überraschenderweise – niemanden erlebt!

Unser Ausflug in den Supermarkt blieb aber auch schon die einzige touristische Aktivität an diesem Wochenende, denn Samstag und Sonntag tauchten wir voll in die Masterson Method™ ein und saugten alles auf, was uns Jim und seine Mitlehrende Tamara Yates mit viel Gefühl und Humor beibrachten.
Ein richtiges “Aha”-Erlebnis war auf jeden Fall, einmal Jims Hände auf den eigenen zu spüren! Denn manches, was von außen vielleicht wie bloßes “Festhalten” wirkt, ist in Wirklichkeit ein sanftes, aber konsequentes Geleiten in eine Entspannungsposition.
Ein ganzer Stall voll Springpferde verschiedenster Altersklassen stand uns Teilnehmern (außer uns aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz) zum Üben zur Verfügung. Und es wurde viel geübt!!
Der Kursaufbau war wirklich praxisorientiert und es wurde darauf geachtet, dass alle aufkommenden Fragen beantwortet wurden und jeder das Gelernte auch richtig verstand.
Die weite Reise hatte sich absolut ausgezahlt!
Erwähnenswert ist auch die tolle, an Professionalität kaum zu überbietende Organisation der Tiermasseurin Linda M. Gould (www.woofsandhoofs.be), welche den Kurs veranstaltete und es uns an nichts fehlen ließ!

Natürlich vergingen die Tage viel zu schnell, aber wir freuten uns auch wieder auf daheim und darauf, die neu gewonnenen Erkenntnisse mit unserer omnipathischen Arbeit zu kombinieren und vor allem unsere Möglichkeiten zur Betreuung von Sportpferden zu erweitern.

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