Der Titel dieses Artikels ist eigentlich nicht ganz richtig, denn eine Indikation beschreibt ja immer, dass eine Behandlung „angezeigt“ wäre, also die Durchführung als sinnvoll und hilfreich gilt. Der Cranio Sacrale Impuls (CSI), auch Cranio Sacraler Rhythmus, Primäratmung oder Primär Respiratorischer Mechanismus genannt, ist allerdings IMMER – immer, immer, immer!!! – Teil einer omnipathischen Behandlung und auch deren Werkzeug.
Aber gut, andererseits soll ein gestörter CSI auch wieder harmonisiert werden, also ganz so falsch ist der Titel dann doch wieder nicht…
Der CSI ist die oft als „wellenförmige Bewegung“ beschriebene Fluktation der Cerebrospinalen Flüssigkeit/des Liquor (=Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit). Es fühlt sich an, als würde eine kleine Pumpe von der Schädelmitte aus etwa 6 bis 12 mal pro Minute die Hirn- und Rückemarksflüssigkeit durch den Körper senden und auch wieder „zurücksaugen“.
Und diese wellenförmige Bewegung ist völlig unabhängig von Atmung und Herzschlag! Und für alle, die sich mit der Cranio Sacralen Materie beschäftigen, steht der CSI auch ÜBER der Lungenatmung und dem Herzschlag, daher auch der Begriff „Primäratmung“. Der CSI eines Ungeborenen ist nämlich bereits im Mutterleib fühlbar und auch noch etwa 1 Stunde nach dem Tod. Das heißt, noch BEVOR wir anfangen zu atmen, entwickeln wir diesen CSI und auch nachdem wir unseren letzten Atemzug getan haben, arbeitet dieses fantastische System noch eine Zeit lang weiter.
Im CSI liegt daher der Ursprung unserer Lebenskraft: kein CSI, kein Herzschlag und keine Atmung!
Für viele hört sich diese Konzept einer lebenswichtigen Bewegung irgendwie „esoterisch“ an und man fragt sich -zu Recht! - warum der CSI in unserer westlichen Medizin dann so untergeht.
Dazu schrieb Dr. Viola Frymann bereits 1971 in einer „Studie über die rhythmischen Bewegungen des lebenden Schädels“: „…Die Aussagekraft der Palpationsbefunde von Menschen mit geübten Händen wird hingegen von allen bezweifelt, denen diese Kunstfertigkeit fehlt.“
Mittlerweile konnte durch technische Messinstrumente eindeutig bewiesen werden, dass der CSI tatsächlich existiert, doch seine Relevanz wird immer noch schwer unterschätzt!
Obwohl das Konzept der Cranio Sacralen Osteopathie (Sutherland,1920er Jahre), der Cranio Sacralen Therapie (Upledger, 1970er Jahre) und der Omipathie (Pfersmann, 1990er Jahre) relativ neu ist, so ist es die Anerkennung eines „Lebenskraftzentrums“ in der Schädelmitte nicht: der Stirnguss der Ayurvedischen Medizin z.B. wird genau über diesem Zentrum ausgeführt, in der Traditionell Chinesischen Medizin wird (unter anderem) der Kreislauf durch Akupunkturpunkte zwischen den Augenbrauen angeregt und bereits im Alten Ägypten wurden sanfte Manipulationen am Schädel ausgeführt, um ein körperliches und seelisches Gleichgewicht wiederherzustellen.
Der CSI verrät bereits einiges über den Gesundheits- und Vitalitätszustand einer Person:
- bei Fieber ist der Rhythmus erhöht, denn der Körper arbeitet auf „Heilungs-Hochtouren“
- unter dem Einfluss von Psychopharmaka (und meiner Erfahrung nach auch bei der Einnahme sehr starker Schmerzmittel) ist der Rhythmus verlangsamt
- eine gesunde, vitale, selbstbewusste Person hat meistens einen sehr deutlichen, kräfigen CSI (völlig unabhängig, wie groß und schwer diese Person ist!)
- jemand, der sich geschwächt fühlt und wenig Lebenslust verspürt, zeigt das auch durch einen schwachen CSI
Grundsätzlich hat aber jeder Mensch seinen ganz eigenen Rhythmus und seine eigene Amplitude. Ein sanfter CSI ist auch nicht gleichzusetzen mit einem schwachen CSI!
ICH würde den Unterschied so beschreiben: ein sanfter CSI fühlt sich wie eine grundsätzlich kräftige Bewegung an, die aber so tief im Körper stattfindet, dass ihre „Ausläufer“ nur noch sehr zart fühlbar sind.
Bei einem schwachen CSI liegt die Bewegung oft direkt unter den Fingern, allerdings ohne Schwung und oft fühlt es sich so an, als ob die Bewegung schon versiegen würde, noch bevor sie ihre mögliche Amplitude erreicht hat.
Der CSI ist allerdings nicht nur am Schädel fühlbar, sondern in jeder Körperzelle! In Tierversuchen hat sich gezeigt, dass Tinte, welche man in den Liquor von Hasen injezierte, nach einiger Zeit auch in Zellen der Pfoten zu finden war! Wenn also die Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit Tinte durch den ganzen Körper transportiert, dann ist es auch logisch, dass sie Pulsationen weiterleitet.
Natürlich haben nicht nur wir Menschen das Anrecht auf einen CSI gepachtet. Allgemein heißt es, dass jedes Wirbeltier über einen CSI verfügt, aber ich muss auch gestehen, ich habe noch nie versucht, eine Schnecke oder eine Muschel zu behandeln…
Ganz sicher kann ich sagen, dass das Entdecken des CSI mein Weltbild irgendwie verändert hat. Etwas so FUNDAMENTALES, das immer schon da war, aber so lange nicht bewusst von mir wahrgenommen wurde, plötzlich mit den eigenen Händen fühlen zu lernen und dann auch noch Einfluss darauf nehmen zu können – diese Faszination lässt mich bis heute nicht los!
Und es wird mir bestimmt für den Rest meines Lebens eine Freude sein, andere Menschen und auch Tiere mit diesem Kraftzentrum, welches wir in uns tragen, bekannt zu machen.